Zur Geschichte der St. Wolfgang Kapelle
Der Ort Oberrod, am Südhang des Thüringer Waldes gelegen, wird im Jahre 1299 erstmals urkundlich erwähnt. 1491 bedenkt eine Katharina Schneiderin aus Schleusingen die St. Wolfgang Kapelle in ihrem Testament. Bereits 1555 taucht sie in Visitationsurkunden nicht mehr auf und findet auch später, in Kirchenbüchern keine Erwähnung mehr.
Denkbar wäre eine Zerstörung im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges.
Als auch heute noch sichtbarer bauzeitlicher Bestand blieb ein Turmrest über einem kreuzgratgewölbten Chorraum im Erdgeschoss erhalten. Eine hier bei Sanierungsarbeiten gefundene, noch fragmentarisch vorhandene, Farbfassung ließ auf Grund des schlechten Erhaltungszustandes leider keine Deutung mehr zu. Der Chorraum selbst öffnet sich über ein großes, heute teilweise vermauertes, spitzbogiges Portal nach Westen.
Der ursprüngliche Umfang der Anlage bestand neben dem Chorturm aus einem, an dessen Westseite anschließenden Saalbau von wahrscheinlich kaum größeren Grundrissabmessungen. Der jetzige Zugang zum Obergeschoss des Turmes über eine Außentreppe ist neuzeitlich und dürfte ursprünglich über die Empore des Saalbaues erfolgt sein.