St. Wolfgang Verein Oberrod e.V.
 

Zur Geschichte der St. Wolfgang Kapelle

Der Ort Oberrod, am Südhang des Thüringer Waldes gelegen, wird im Jahre 1299 erstmals urkundlich erwähnt. 1491 bedenkt eine Katharina Schneiderin aus Schleusingen die St. Wolfgang Kapelle in ihrem Testament. Bereits 1555 taucht sie in Visitationsurkunden nicht mehr auf und findet auch später, in Kirchenbüchern keine Erwähnung mehr.

Denkbar wäre eine Zerstörung im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges.

Als auch heute noch sichtbarer bauzeitlicher Bestand blieb ein Turmrest über einem kreuzgratgewölbten Chorraum im Erdgeschoss erhalten. Eine hier bei Sanierungsarbeiten gefundene, noch fragmentarisch vorhandene, Farbfassung ließ auf Grund des schlechten Erhaltungszustandes leider keine Deutung mehr zu. Der Chorraum selbst öffnet sich über ein großes, heute teilweise vermauertes, spitzbogiges Portal nach Westen.

Der ursprüngliche Umfang der Anlage bestand neben dem Chorturm aus einem, an dessen Westseite anschließenden Saalbau von wahrscheinlich kaum größeren Grundrissabmessungen. Der jetzige Zugang zum Obergeschoss des Turmes über eine Außentreppe ist neuzeitlich und dürfte ursprünglich über die Empore des Saalbaues erfolgt sein.

Der jetzige, einfache Dachstuhl mit Dachreiter entstammt dem 19. Jh. Das Fälldatum der verwendeten Hölzer konnte mit Hilfe einer dendrochronologischen Untersuchung auf den Winter der Jahre 1860/61 datiert werden.

Die im Dachreiter vorhandene Bronzeglocke wurde bereits 1763 von J.A. Mayer in Coburg gegossen und war aller Wahrscheinlichkeit nach bereits in einem früheren Dachstuhl verbaut.

Eine täglich manuell aufzuziehende mechanische Turmuhr unbekannten Einbaudatums betätigt zu jeder halben und vollen Stunde ein Schlagwerk.

1890 wurde im Obergeschoss der Kapelle, wo sich heute ein Vereinsraum befindet, ein Kachelofen zur Beheizung der Wohnung des Gemeindedieners eingebaut. Der Ofen wurde 1989 abgebaut und in das „Hennebergische Museum Kloster Veßra“ verbracht.

Nach 1945 wurde die Kapelle auf Grund des Verbotes der Hausschlachtung von Oberroder Bürgern als Schlachthaus genutzt. Ein zu diesem Zweck eingebauter Querbalken ist heute noch im ehemaligen Chorraum zu sehen.

Ab etwa 1960 wurde das Gebäude nur noch für gelegentliche Feiern der Freiwilligen Feuerwehr genutzt und erfuhr erst mit der Gründung des St. Wolfgang Vereines eine Wiederbelebung.